Ja, do schau her!: Blumenkübel nur für Männer – MAIN POST

An den tollen Tagen wird in vielen Städten die Sorge wieder groß sein über die Folgen übermäßigen Alkoholgenusses, der Jecken und Narren in Ermangelung geeigneter Bedürfnisanstalten zum Wildpinkeln nötigt.

Bevorzugt werden Hauswände, Pfosten oder Bürgersteige missbraucht, was nicht nur für die Nasen anderer Passanten unangenehm ist, sondern auch das Mauerwerk beschädigt und kommunalen Reinigungsdiensten eine Stange Geld kostet. Eine Erfindung aus Frankreich könnte nun nicht nur in den Karnevalshochburgen, sondern auch in anderen Städten Abhilfe schaffen. Uritrottoir, nennt sich das einem Blumentrog nicht unähnliche Gebilde, eine Kreation zweier Designer aus Nantes. Wortschöpferisch verbirgt sich dahinter eine Kombination aus Urinal und Trottoir, zwei auch dem Deutschen durchaus geläufige Begriffe. Es handelt sich im weitesten Sinn um einen Behälter, eine Box mit einer seitlichen Öffnung. Innen drin befindet sich ähnlich wie im Katzenklo eine organische Masse aus Stroh- oder Holzspänen, die in der großen Ausführung den Urin von rund 600 Benutzern verkraftet. Ist das Limit erreicht, schlägt ein elektronisches Wachsystem Alarm. Dann, so heißt es, wird die Box abtransportiert, der Inhalt kompostiert und anschließend als Dünger für städtische Grünanlagen verwendet. Eine geniale Lösung!

Die Behälter sind optisch ansprechend gestaltet, oben drauf steht zur Zierde ein Blumentopf. Sie sollen nun Paris und andere Städte in Frankreich vor den Folgen der Pipis sauvages, der Wildpinkler, retten.

Die Erfinder der Uritrottoirs hoffen auf wirtschaftlichen Erfolg ihres Modells und sind bereit ins Ausland zu exportieren. Die Pissoire riechen nicht und sind im Verhältnis preiswerter als aufwändige Straßenreinigung. Ein Problem bereitet den beiden Erfindern aber noch Kopfzerbrechen. Bisher sind Uritrottoirs ausschließlich für männliche Benutzer geeignet. Man arbeite aber bereits mit Hochdruck an einer auch für die weibliche Anatomie und Psyche geeigneten Ausführung, heißt es. Das aber sei alles andere als leicht. Man weiß, Frauen schätzen auch bei der Verrichtung kleiner Geschäfte eine gewisse Diskretion.

Posted on 24 février 2017 in Allemagne, Presse

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