Wär das auch was für unsere Stadt? Paris testet Öko-Pissoir gegen Wildpinkler – BERLINER KURIER

Paris – Kurioser Testlauf in Paris: Wildpinkler sollen sich künftig ganz offiziell auf der Straße erleichtern dürfen – vorausgesetzt, sie düngen dabei Pflanzen.
Vor allem in der Nähe von Bahnhöfen sorgen Wildpinkler für viel Ärger. In Deutschland drohen hohe Geldstrafen. In besonders schlimmen Fällen, sogar eine einjährige Freiheitsstrafe.

Öko-Toilette soll Probleme beseitigen

Auch in Paris kämpft man mit allen Mitteln gegen das wahllose urinieren an Gebäudemauern oder Hauseingängen. Bisher kostete das ein Bußgeld von 180 Euro.
Doch jetzt startete man einen neuen, friedlichen Versuch: Wildpinkler sollen sich in Öko-Pissoirs erleichtern und damit Pflanzen und Kräuter düngen.
Wie die „WAZ“ berichtete, wurden die knallroten Pinkelgefäße von dem französischen Designbüro „Faltazi“ entwickelt. Sie heißen „Uritrottoir“ und wurden zu Testzwecken am Pariser Bahnhof Gare de Lyon aufgestellt.
Der obere Teil des Pissoirs enthält einen Nährboden, aus dem Rosmarin und Thymian wachsen. Im unteren Teil befindet sich ein Reservoir, das mit einer Schicht aus Streu und Sägespänen bedeckt ist.
So viel Urin passt in ein Pissoir
Der Harn soll diese Schicht in Kompost verwanden und gleichzeitig den Geruch neutralisieren.
Insgesamt 240 Liter Urin sollen in die Öko-Pissoirs passen. Das entspricht etwa 600 Toilettengängen. Ist ein Behälter voll, wird die Bahnhofsverwaltung mittels Funksignal darüber informiert.

Trotz des recht hohen Preises von 3000 Euro pro „Uritrottoir“ sollen sich die Kosten lohnen. Vorausgesetzt, die Wildpinkler nutzen das Angebot und Reinigungspersonal kann eingespart werden.
Weil das Projekt in Paris bislang auf viel Zustimmung stieß, will die Stadtverwaltung von Nantes jetzt nachziehen.
Wenn’s funktioniert – warum nicht auch mal in unseren Städten ausprobieren? Wildpinkler gibt’s hier schließlich (leider) auch.
(dhu)

Posted on 31 mars 2017 in Allemagne, Presse

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